VORBEREITUNG FÜR TÄNZERINNEN

Moondance Kleidung

Bluse, Rock und Poncho

Die Kleidung besteht aus drei Teilen, einem Rock, einer langen Bluse und einem Überwurf (Poncho), die alle aus weißem Stoff bestehen sollen, vorzugsweise aus Baumwolle oder einem anderen Naturmaterial.
Die Kleidung trägt das Symbol des „Mondtanzes Atlachinolli Meztli“ auf der Vorderseite des Überwurfs, welches man direkt vor Ort beim Eintreffen an der Reception ausgehändigt bekommt.
Der Rock, die Bluse, wie auch der Überwurf (Poncho) haben je einen blauen und einen roten Streifen längsseitig am unteren Ende der Kleidungsteile (siehe Bilder). Diese werden von dir als Tänzerin im Vorhinein selbst aufgenäht. Das rote Band steht für das Feuer und das blaue Band für das Wasser. Zusammen treffen sie sich und steigen als heilender Dampf auf, wie der Name 'Atlachinolli Meztli'! Es macht keinen Unterschied, welche Farbe zuerst kommt, es ist aber wichtig, beide Farbbänder zu haben! Sie können gerade oder in Schlangenbewegung oder Mustern aufgenäht werden, von Hand oder Maschine, wie du möchstest. Auch die Breite ist die überlassen. Es ist wichtig, dass die Tänzerinnen diese Bänder an ihrer weißen Zeremonienkleidung angenäht haben, bevor sie auf dem Land ankommen!
Die Kleidung soll der Tänzerin gefallen, bequem und respektvoll sein. Es ist eine ritueller Rahmen, daher bitte keine kurzen Röcke oder engen Oberteile. Auch kann es sein, wenn es kalt ist, dass du warme Kleider UNTER diese Teile anziehen möchtest, so ist es gut, wenn sie genug lose sind.

Schmuckstücke bzw. Accessoires

- ein Kopfband, das zu Beginn des Tanzes überreicht wird
- eine Krone aus Salbei und Blumen
Es kann ein Tuch (Gürtel) um die Taille getragen werden, Coyoles (Knöchelrasseln) für die Füße, Rasseln, Eulenfedern oder Federn von Nachtvögeln sind willkommen.
Denk daran, dass es im österreichischen Sommer nachts kalt werden kann. Bitte bereite dich entsprechend vor und nimm genügend warme weisse Sachen mit, z.B. weißer Schal, Mütze, Handschuhe, Pullover, Thermounterwäsche, Stulpen etc. Andere Ausrüstungsgegenstände werden in der Liste MITBRINGEN erwähnt.

"Im Kreis sind wir alle gleich. Wenn du im Kreis bist, ist niemand vor dir. Keiner ist hinter dir. Keiner ist über dir. Niemand ist unter dir. Der heilige Zirkel ist dazu da, Einheit zu schaffen."

Dave  Chief Oglala Lakota

Gebete

Die Tänzerinnen bestärken und behaupten sich durch ihre Gebeten, welche aus kleinen quadratischen Stoffteilen (Naturmaterialien!) bestehen, die mit Tabak, Kräutern und/oder heilenden Elementen für die Frau, gefüllt werden.
Die Gebete sollten bereits vor dem Tanz von den Tänzerinnen vorbereitet werden, mit ihren persönlichen Intentionen. Es wird empfohlen, dabei einen Rückblick bzw. eine Zusammenfassung unserer Geschichte, Emotionen und Erfahrungen zu visualisieren. All das soll dann metaphorisch in die kleinen Säckchen gehen.

Für jede Farbe bzw. Richtung werden 13 Gebete gesprochen, insgesamt also 52 Gebete! Optional können zusätzlich 13 Gebete der Farbe Grün gemacht werden, die für unsere Mutter Erde stehen.
Es ist sehr wichtig, dass man einen ruhigen Moment der Innenschau wählt, um die Gebete zu machen. Der spezielle Moment kann außerdem durch das Entzünden von Copal, Räucherstäbchen und/oder einer Kerze unterstützt werden, um einen heiligen Raum zu schaffen.

Was du brauchst:
• etwa drei Meter Wolle oder Schnur
• Stoff in den Farben Gelb, Weiß, Rot, Blau und Grün
• Schere
• Tabak/Kräuter
• Kerze

 

Jede Farbe steht für eine andere Richtung und damit eine andere Qualität.

Beginne mit Gelb (Osten), dann Weiß (Norden), dann Rot (Westen), dann Blau (Süden). Optional weitere 13 in Grün für die Erde. Beende eine Farbe/Richtung/Gebetssegen (alle 13 Gebete einer Farbe), bevor du zum nächsten Farbe/Richtung-Gebetssegen übergehst. Du kannst eine Pause machen, wann immer du es brauchst.

Gelb/ der Osten - TLAHUIZTLAMPA: hier wohnt QUETZALCOATL, der Intelligenz, Wissen und Weisheit symbolisiert. Es ist der Ort des Lichts, der Helligkeit und der Zuversicht, entschlossen hervorzutreten, wenn die Dunkelheit über uns hereinbricht. Er strahlt Sicherheit und Freundlichkeit aus. Der Ort der aufgehenden Sonne, des Neubeginns, der neuen Geburt, der Saat, der Morgendämmerung, des kommenden Lichts.

Weiß / der Norden - MICTLAMPA: hier wohnt TEZCATLIPOCA "der rauchende Spiegel" Mictlancihuatl und Mictlantecuhtli, die Herren der Toten. Es ist der Ort des genetischen Gedächtnisses unserer Vorfahren. Ein Ort, an dem unsere Vorfahren in Stille ruhen. Es ist auch der Ort, an dem wir um physische, mentale, emotionale und spirituelle Heilung bitten können. Er vermittelt ein Gefühl der tiefen Besinnung und einen Geist der ständigen Erneuerung. Ort unserer Vorfahren, des Gebets, der Chanupa (heilige Pfeife) und der weißen Büffelkalbfrau.

Rot/ der Westen - CIHUATLAMPA: hier wohnt XIPE TOTEC, der Herr des Lebens, des Todes und der Auferstehung. Die Richtung der Großartigkeit, wenn die Sonne untergeht, ist es ein Segen für den nächsten Tag. Sie steht für Erneuerung. Es ist auch der Ort der Krieger- und Erdfrauen und der cihuateteo ("Göttliche Frauen"), wo die Geister der Frauen leben, die bei der Geburt gestorben sind. Hier wohnt die Energie, die bei der Geburt oder im Kampf/Krieg benötigt wird. Übertragung der Qualitäten von Sensibilität, Intuition und der Fähigkeit zu befehlen und zu verwalten. Der Ort der untergehenden Sonne, des Loslassens, des Todes, der Kriegerin.

Blau/ der Süden - HUITZTLAMPA: blaue oder schwarze Farbe, wo HUITZILOPOCHTLI wohnt, der linke Kolibri symbolisiert den Willen, die Freude, die Kinder und die Familie. Es wird auch gesagt, dass es der Ort der Dornen ist, der Ort der Medizin. Ort der Weisheit, die aus der Disziplin kommt. Verleiht die Qualität des Wissens, das Transzendente und Wertvolle zu erkennen. Der Ort der Beziehungen, der Verwandtschaft, der Familie, der Kinder, des inneren Kindes, der Verspieltheit.

Grün/ Pachamama: TONANZINTLALLI Mutter Erde - TOTATZINTLALLI Vater Erde: Heilung, Dank, Segen, Gebete für diesen großartigen Planeten, für Mutter/Vater Erde, die aus deinem Herzen kommen. Jede Tänzerin tanzt für ihren Stamm und ihr Volk.

 

Wie du deine Gebete machst:

Nimm etwas Tabak oder Kräuter, halte sie zum Himmel/zur Erde/zu deinem Herzen und sprich dein Gebet hinein. Nimm dir für jedes Gebet/jeden Segen so viel Raum und Zeit, wie nötig ist.
Dann gib den Tabak in das Stoffviereck und falte den Stoff, um ein kleines Paket daraus zu machen (wie auf den Bildern angezeigt). Knote die Schnur darum. Achte darauf, dass das Paket so gefaltet ist, dass kein Tabak rausfallen kann. Die Schnur muss für alle 52/65 Gebete reichen, also eine lange Gebetsschnur bilden und sollte während der Gebetsanfertigung nicht durchgeschnitten werden! Sollte dir die Schnur trotzdem ausgehen, binde einfach eine weitere Schnur mit einem Knoten daran.
Du kannst deine fertigen Gebete dann um einen Ast/Stock binden. So kannst du sie besser transportieren. Bei der Zeremonie werden alle unsere Gebete um den Zeremonienplatz aufgehängt. Sie halten, beschützen und energetisieren unseren Kreis. WICHTIG: Wickle deine Schnur mit den Gebeten also bitte nicht zu kompliziert um den Stock, weil du sie ja auch wieder abwickeln musst!

 

WIE DU DICH VORBEREITEST

Um deinem Körper und vor allem deinem Verstand das 4tägige Fasten so leicht wie möglich zu machen, ist es angenehm, wenn bereits vor Beginn der Zeremonie eine Nahrungsumstellung erfolgt ist.
Raffinierter Zucker, Koffein, Nikotin, Weizen und Alkohol sollten schon ein bis drei Tage vor Zeremonienstart vermieden werden, um während des Tanzes nicht zusätzlich mit Entzugswellen belastet zu werden. Rohkostnahrung am Tag vor und am Tag des Zeremonienanfangs selbst bietet eine gemütliche Umstellung.
Es können auch schon Wochen vor dem Tanz immer wieder Fastentage eingeplant werden, um diesen Zustand langsam kennenzulernen und um eine vertraute Erfahrung abrufbar zu haben. Es ist relativ wichtig, gut ausgeruht und zentriert zur Zeremonie zu erscheinen. Zwei Tage vor und zwei Tage nach der Zeremonie sollte genügend Zeit sein, um sich auf den Prozess einzustellen.
Und natürlich hilft es vor der Zeremonie viel Wasser trinken!

 

Gallery 3

ZUM MITBRINGEN

SCHWITZHÜTTE

• Handtücher/Tuch, um dich nach der Schwitzhütte abzuwischen (Schmutz und Schweiß) - kein Duschen während der Zeremonie!
• Schwitzhüttenkleidung (T-Shirt, Kleid, Tuch/lungi) empfehlenswert mind. 2 Paar!
• Flip Flops/Schuhe, um damit vom Zelt zur Schwitzhütte zu gehen, wenn du das brauchst

FÜR DEN TANZ

• Rassel/ Rasselei
• Medizintasche (für Pfeife und Gegenstände, welche du während des Tanzes brauchst)
• Räuchergefäß (für die Schwestern im ersten Jahr)
• Streichhölzer
• Tabak

AUSSERDEM

• Campingausrüstung
• Plane (Schutz for Regen oder Sonne)
• Regenausrüstung (Regenstiefel, wasserfester Poncho (weiss oder transparent, grosser Plastiksack)
• Nadel und Faden zum Aufnähen des Symbols auf den Poncho
• Körpermalfarben und ein Spiegel
• Elektrolytgetränk: Zitronen, Salz und Honig

• Abfallsack für deine persönlichen Abfälle
• Taschentuch/Toilettenpapier für deinen Gebrauch im Zelt

• optional: Thermosflasche

 

 

Wasser

Es wird am Land genug Wasser geben. Es gibt Wasserhähne und Bächlein rundherum. Wenn du im Auto kommst und es möglich ist, bring bitte trotzdem eine 5-Liter-Flasche Wasser mit, mit der du dann bei deinem Zelt deine Hände und dein Gesicht waschen kannst. Wir duschen während der vier Tage nicht! Somit ist das Wasser, das du mitbringst oder sammelst (bring eine Trinkflasche mit) für einfache Hygiene da.